Geteilte Freude ist doppelte Freude

Aktuell Kontaktunterrichtverbot durch den Bund bis mind. 19.04.2020 wegen Coronavirus


Schwangerschaftsyoga:

Montags, 19.30 Uhr, 2 freie Plätze 

 

Yoga für Alle

Montags, 18.00 Uhr, ausgebucht

Vormittagskurs in Planung

 

Rückbildung

 

März/April 2020 sistiert wegen Unterrichtsverbot (Coronavirus), wird nachgeholt.


Mai/Juni Anmeldungen werden entgegen genommen, aktuell 5 Plätze frei


Aug/Sept

Anmeldungen werden entgegen genommen,

aktuell 4 Plätze frei

      

 

 

Neu:

Sensitiv-mediale Coachings

Termine nach Absprache,

Treffen in Lyss oder online via Videochat.

 

Dazwischen zu Hause

Mein Dorf an der Thur, Bühne meiner Kindheit, als ich heute früh meine Augen geöffnet habe, bin ich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder hier erwacht. Nun tragen mich meine Schritte durch die Strassen der Vergangenheit. In mir vermischt sich das Gefühl der Frau, die ich bin, mit dem des Mädchens, dass ich einst war. Wir gehen beide gemeinsam, und es kommt mir so vor, als würde mein altes Ich mich führen, sich viel sicherer durch die Szenerie bewegen als ich.

 

Mein Weinland, durchs Zugfenster betrachte ich die Landschaft meiner Herkunft, der Blick stets wandernd auf der Suche nach vertrauten Dingen. Auf meinem inneren Bildschirm wiederholen sich kurze Sequenzen, die sich hier vielleicht so zugetragen haben, vielleicht auch nur so ähnlich. Es bleibt ein Gefühl der Irritation zurück, wenn sich die Erinnerungen nicht mit den heutigen Eindrücken decken. Bäume, die es in meiner Vorstellung nie gab, Distanzen, die heute viel kleiner scheinen, Häuser, die ich zwar sehr gut kenne, doch längst werden diese von anderen Menschen bewohnt. Neue Geschichten spielen sich gegenwärtig in ihnen ab, die alten sind Geschichte. Was einmal meine Wahrnehmung dieser Gegend war, hat heute, 20 Jahre später, keine Gültigkeit mehr.

 

Winterthur, Stadt meines Erwachsen werdens, so verändert finde ich dich vor. Die Läden, die ich als Kind an der Hand meiner Mutter erkundet habe, sie existieren nicht mehr. Die Gassen, in denen ich mich als junges Mädchen selbstsicher und angstfrei bewegt habe, sie fühlen sich anders an als damals. Oder bin ich es, die sich anders anfühlt? Durch die Marktgasse gehen Menschen, sie könnten noch die selben sein, bloss älter, doch sie sind mir fremd und wirken austauschbar, wie Statisten. Es könnte überall sein, wenn nicht hie und da ein Gesprächsfetzen in altbekannten Dialekt mein Ohr erreichen würde, der die Herkunft des Sprechers entlarvt. Grosse, neue Gebäude erheben sich in aller Selbstverständlichkeit an Orten, wo früher nichts oder ganz etwas anderes war.

Altes Zuhause, so gerne würde ich mich in deinen Schoss fallen lassen, doch die Wahrheit ist, dass ich dich nicht ertrage, nicht mehr, oder noch nicht wieder.

 

Weiter gehe ich Richtung Westen, zu meinen Liebsten, folge dem Lauf der Sonne, im Laufe der Zeit. Die Beerdigung meines Onkels war Anlass meiner Reise. Ich versuche zu ordnen, was ich aus den letzten 24 Stunden mitnehme, was ich aus seinem Leben für das meine lernen kann. Er pflegte zu sagen, das Leben gehe weiter.

 

Das stimmt. Wohin wohl mit mir? Visionen, Träume für meine Zukunft, sie sind flüchtig und immer wieder im Nebel der Ungewissheit.

 

Inter-City, wo bin ich denn zuhause? Weder da noch dort, irgendwo dazwischen, möglicherweise. Ich schliesse die Augen, der Zug ruckelt und rattert. Doch jenseits davon ist eine feine Stille, die mich trägt.

 

Der Zug hält an. Ich nehme einen tiefen Atemzug, steige aus, gehe ein paar Schritte. Da wartet bereits meine Familie auf mich. Ich küsse meinen Mann auf seine weichen Lippen, herze meine Kinder und rieche ihren Duft, die Sonne schickt ein paar Strahlen hinter den Wolken hervor.

 

Hier bin ich zu Hause, hier sind all die Geschichten von damals, heute und morgen, hier ist auch eine Heimat für das Mädchen in mir. Im Rhythmus meines Atems, im Takt meines Herzschlags.

 

Hier und jetzt- jetzt - jetzt...

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